Menu
Menü
X
KGM2023-2 Gemeindebrief
2023-2 Gemeindebrief

Angedacht

Liebe Leser*innen

Das Osterfest, dieses Fest der Feste, ist in diesem Jahr von manchen weltpolitischen grausamen Ereignissen und sorgenmachenden Nachrichten überschattet, die es uns vielleicht nicht feiern lassen wollen wie wir es gewohnt sind. Manches bringt uns aus dem Rhythmus und lässt uns sorgenvoll überlegen, wie es weitergehen soll. Und doch, auch dieses Jahr geschieht Ostern, das Fest der Auferstehung.

Wie es weitergehen soll fragten sich damals ja auch die Jünger zu Karfreitag und danach. Nur die überraschende Wendung des Weges Jesu am Ostertag vom Tod zum Leben, als schon alles verloren schien und selbst die Jünger eigentlich an das Ende glaubten, hat die Geschichte dieses Mannes überleben lassen. So hat Jesus bis heute Hoffnung und Zuversicht auch in unser Leben gestreut. Über 2000 Jahre lang erzählen seine Nachfolger bis heute die Ereignisse, die Geschichten von ihm und von den Menschen, die Jesus begegneten. Geschichten von Menschen, die mutlos und an den Rand gedrängt waren. Menschen, die er—Jesus— aber gesehen, beachtet und die er mit seiner Botschaft erreicht hat. Menschen, die er aufgerichtet hat, denen er Hoffnung gegeben hat. Jesus hat auch damals zusammen mit seinen Jüngern Menschen überrascht, sie auf Entdeckungsreise geschickt oder ihnen andere, neue Perspektiven aufgezeigt. Er hat mit seinen Meinungen provoziert, hat in Frage gestellt, was schon immer so war. Er hat uns vor allem aber auch Gott als einen barmherzigen und gütigen Gott gepredigt.

Dabei ist dem Ereignis seiner Auferstehung nicht näher beizukommen. Es ist nicht wirklich erklärbar, sondern bleibt ein erzähltes Geheimnis des Glaubens. Jede angemessene Erörterung des Todes Jesu muss sozusagen „nach oben offen“ bleiben, muss dem Geheimnis Raum geben. Das Geheimnis Gottes lässt sich nicht in eine Schachtel frommer Sprache packen und in die Westentasche stecken. Der Tod Jesu am Kreuz erschließt sich nur von der Auferstehung her. Als Tod allein betrachtet, könnte alles aus sein. Irgendein Wanderprediger von damals wäre tot, für immer und ewig, wenn es kein Ostern gäbe. Der Gott aber, der sich aus Liebe zu den Menschen der Gewalt der Menschen ausgeliefert hat, und selbst eines gewaltsamen Todes gestorben ist, ist stärker als die Gewalt und holt das Nichts wieder ins Sein. Darum braucht danach kein Mensch mehr Angst zu haben, ins Nichts zu stürzen. Gott hat das Nichts zurück ins Sein geholt. Deshalb wird auch schließlich der Mensch ins Sein zurückgeholt und leben.

In dieser geheimnisvollen Hingabe an die Menschen erweist Gott nicht nur seine Liebe, er erweist sich selbst als Liebe. Im Tode Jesu am Kreuz tut die Liebe ihre größte Tat: Sie gibt sich hin für andere. Zu Ostern wird diese Liebe immer neu bezeugt und geglaubt: und ich möchte Ihnen Mut machen zu glauben: Gottes Liebe lebt. Und wir mit ihr.

 

Herzliche Ostergrüße

Pfarrer Sames, Vakanzvertreter in Bickenbach

top